Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Oktober 1931

Eintritt in die SAP

  ©Willy-Brandt-Archiv 
  Willy Brandt liest die Zeitung "Kampfsignal"

Um die Differenzen zwischen der Lübecker SPD und ihrer Parteijugend beizulegen, organisiert Julius Leber für den 20. Oktober 1931 eine Aussprache der leitenden Funktionäre. Frahm und die drei übrigen SAJ-Anführer treten jedoch vorher zurück und verweigern das Gespräch.

Daraufhin wird zwei Tage später von der Parteiführung eine Versammlung der SAJ einberufen. Als Herbert Frahm und einige andere radikale, ehemalige Mitglieder am Veranstaltungsort auftauchen und zu randalieren beginnen, wird ihnen der Zutritt gewaltsam verwehrt.

Insgesamt treten etwa zweihundert enttäuschte Sozialdemokraten und SAJ-Mitglieder aus der SPD aus und der neu gegründeten Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) bei. Frahm übernimmt die Leitung der Lübecker Parteijugend der SAP.

Es handelt sich um die Wandlung von der SPD-Opposition zur richtungsweisenden revolutionär-sozialistischen Arbeiterpartei. (...) Und diese Aufgabe ist nun von uns als Partei in viel stärkerem Maße zu leisten: zu allem die klare marxistische Linie aufzuzeigen. Der Wandlungsprozeß in uns hat sich so weit vollzogen, daß wir der SPD nicht mehr näher stehen als irgendeiner anderen proletarischen Partei. Im Gegenteil, vielleicht stehen wir der SPD am wenigsten nahe.“

Der Bruch mit der SPD und insbesondere mit Julius Leber kostet Frahm seine freie Mitarbeit am Lübecker Volksboten. Auch auf das von Leber in Aussicht gestellte Parteistipendium für ein späteres Geschichts  und Germanistikstudium muss Frahm nun verzichten.



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