Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
März 1954

Erste Reise in die USA

Am 2. März 1954 bricht Willy Brandt zusammen mit den SPD-Abgeordneten Carlo Schmid und Fritz Erler sowie dem Berliner Senator für Bundesangelegenheiten, Günter Klein, zu seiner ersten Reise in die USA auf. Die Informationsreise wird vom US-State Department großzügig finanziert. Von Washington geht es nach New Orleans, von dort nach San Francisco und San Antonio. Die vier Sozialdemokraten treffen die Schwester des amerikanischen Außenministers, Eleanor Dulles, Vize-Präsident Richard Nixon, die Senatoren James W. Fulbright und Hubert H. Humphrey sowie den demokratischen Führer im Senat und späteren US-Präsidenten, Lyndon B. Johnson. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Frage nach einem Verteidigungsbeitrag der Bundesrepublik.

Anders als Schmid und Erler ist Brandt „von der kontinentalen Vielfalt und dem gewaltigen Potential der USA“ fasziniert. Doch auch ihm entgeht nicht die Ignoranz vieler Mitglieder des Kongresses gegenüber der deutschen Innenpolitik. So ist den meisten der Unterschied zwischen Christ- und Sozialdemokraten nicht bewusst. Als Lyndon B. Johnson sie ins von deutschen Einwanderern gegründete Fredericksburg, Texas, einlädt, begrüßt der Bürgermeister den „mutigen, klugen und patriotischen Konrad Adenauer und seine Mitarbeiter.“ Von diesem Faux pas abgesehen, notiert Brandt, habe man sie, die Deutschen, wie „alte, lang vermisste Freunde“ verwöhnt.

Am 27. März kehrt Willy Brandt nach fast vierwöchiger Reise nach Deutschland zurück.




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