Willy-Brandt-Biografie
Oktober 1968

Erstes Treffen mit dem sowjetischen Außenminister Gromyko

In Begleitung Egon Bahrs fliegt Willy Brandt zur UN-Vollversammlung nach New York. Dort nimmt er an einem Treffen der Außenminister teil, das ihm auch Gelegenheit zu einer Zusammenkunft mit seinem sowjetischen Amtskollegen Andrej Gromyko gibt.

Der deutsche Außenminister sieht der Begegnung am 8. Oktober 1968 mit gemischten Gefühlen entgegen. Brandt erinnert sich später: „Ich fand Gromyko angenehmer als das Bild, das ich mir von einem bissigen ‚Mr. Njet’ gemacht hatte. Er wirkte freundlich-gelassen, auf eine angenehme Art fast angelsächsisch zurückhaltend.“

Zu einer politischen Annäherung kommt es allerdings noch nicht. An seinen Freund, den schwedischen Außenminister Nilsson, schreibt Brandt: „Mein Gespräch mit Gromyko war nicht unnütz, aber es hat auch nicht recht deutlich werden lassen, wie man vorankommen könnte.“ Der sowjetische Außenminister hat klare Vorstellungen, unter welchen Bedingungen eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Bonn und Moskau möglich wäre. Er verlangt von der Bundesrepublik die europäischen Grenzen und die DDR anzuerkennen, das Münchner Abkommen von 1938 als von Anfang an ungültig zu erklären und den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen vom 1. Juli 1968 zu unterzeichnen.



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