Friedensnobelpreis für Willy Brandt
20. Oktober 1971 – der Deutsche Bundestag erörtert den Bundeshaushalt für das Jahr 1972. Überraschend unterbricht Bundestagspräsident Kai-Uwe von Hassel die Sitzung. Er teilt dem Hohen Haus mit, soeben sei ein Telegramm mit der Entscheidung des Nobel-Komitees eingetroffen, dass Bundeskanzler Willy Brandt der Friedensnobelpreis für seine Neue Ostpolitik verliehen werde. Dem großen Beifall im Deutschen Bundestag schließen sich auch einzelne Abgeordnete der Opposition an.
In der Begründung des Komitees heißt es: „Bundeskanzler Willy Brandt hat als Chef der westdeutschen Regierung und im Namen des deutschen Volkes die Hand zu einer Versöhnungspolitik zwischen alten Feindländern ausgestreckt. Er hat im Geiste des guten Willens einen hervorragenden Einsatz geleistet, um Voraussetzungen für den Frieden in Europa zu schaffen.“ Brandt ist nach Gustav Stresemann (1926), Ludwig Quidde (1927) und Carl von Ossietzky (1935) der vierte Deutsche, dem diese bedeutende Auszeichnung zuteil wird.
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© REGIERUNGonline. Bild-Nr.: 35 095/4a Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Rainer Barzel, gratuliert Bundeskanzler Willy Brandt |