Gründung der Lübecker NSDAP
„Hitlers Anhänger – wegen eines ihrer Vorläufer in Lübeck noch die Völkischen genannt – ernst zu nehmen, habe ich in meiner Heimatstadt nicht gelernt. In ihnen konnte ich weder das Nationale noch das Sozialistische erkennen. (...) In Lübeck gebärdeten sich die Nazis nicht so laut – sie waren auch nicht so viele - wie in den angrenzenden ländlichen Provinzen oder im Durchschnitt des Reichs, doch ihre Wählerstimmen schnellten auch in der Stadt nach oben.“ So erinnert sich Willy Brandt 1989 an die Anfänge der NSDAP in seiner Heimatstadt.
Am 9. April 1925 findet im Lübecker Turnerschaftshaus eine Versammlung der lokalen Nationalsozialisten statt. Sie gründen die NSDAP-Ortsgruppe Lübeck. Ortsgruppenleiter wird der 23 jährige Emil Bannemann. Die Mitgliederzahlen sind in den ersten Jahren sehr niedrig und steigen erst Ende der 20er Jahre. Bei den Reichstagswahlen im September 1930 holt die Ortsgruppe 18,4 Prozent der Wählerstimmen. Zwei Jahre später, am 31. Juli 1932, sind es bereits 41,2 Prozent.