Kabinett Brandt

 
 
 

Erstes Kabinett Brandt (22. Oktober 1969 bis 15. Dezember 1972)
Bundeskanzler Willy Brandt reduzierte die Zahl der Bundesministerien von 19 auf 15: Aufgelöst wurden drei Ministerien (das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge u. Kriegsgeschädigte, das Bundesschatzministerium und das Bundesministerium für Angelegenheiten des Bundesrates u. der Länder). Außerdem wurden bislang getrennte Ministerien zusammengelegt (Bundesministerium für Jugend, Familie, Gesundheit, Bundesministerium für Verkehr, Post- u. Fernmeldewesen). Als Folge von neuen Akzentsetzungen wurden drei Ministerien umbenannt (so hieß z. B. das bisherige Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen fortan Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen). Zu Kabinettsumbildungen kam es im Mai 1971, als nach dem Rücktritt von Alex Möller ein „Superministerium“ Wirtschaft und Finanzen geschaffen wurde, sowie im März und Juli 1972 infolge der Rücktritte von Hans Leussink und Karl Schiller. Die FDP stellte drei Minister, die SPD zwölf. Dem ersten Kabinett Brandt gehörten an:
1. Stellvertreter u. Auswärtiges: Walter Scheel (FDP)
2. Inneres: Hans-Dietrich Genscher (FDP)
3. Justiz: Gerhard Jahn (SPD)
4. Finanzen: Alex Möller (SPD) (bis 13. Mai 1971)
5. Wirtschaft: Karl Schiller (SPD) (bis 13. Mai 1971)
6. Wirtschaft u. Finanzen (ab 13. Mai 1971): Karl Schiller (SPD) (bis 7. Juli 1972); Helmut Schmidt (SPD) (ab 7. Juli 1972)
7. Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten: Josef Ertl (FDP)
8. Arbeit u. Sozialordnung: Walter Arendt (SPD)
9. Verteidigung: Helmut Schmidt (SPD) (bis 7. Juli 1972); Georg Leber (SPD) (ab 7. Juli 1972)
10. Jugend, Familie u. Gesundheit: Käte Strobel (SPD)
11. Verkehr, Post u. Fernmeldewesen: Georg Leber (SPD) (bis 7. Juli 1972); Lauritz Lauritzen (SPD) (ab 7. Juli 1972)
12. Städtebau und Wohnungswesen: Lauritz Lauritzen (SPD)
13. Innerdeutsche Beziehungen: Egon Franke (SPD)
14. Bildung u. Wissenschaft: Hans Leussink (parteilos) (bis 15. März 1972); Klaus von Dohnanyi (SPD) (ab 15. März 1972)
15. Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Erhard Eppler (SPD)
16. Besondere Aufgaben, Chef des Bundeskanzleramts: Horst Ehmke (SPD)

Zweites Kabinett Brandt (15. Dezember 1972 bis 7. Mai 1974)
Das Kabinett der zweiten Regierung bestand aus 16 Ressorts. Das „Superministerium“ Wirtschaft und Finanzen wurde wieder geteilt. Zwei Ministerien erfuhren eine Umbenennung. Bis zu Brandts Rücktritt kam es zu keinen Kabinettsumbildungen. Die FDP stellte fünf Minister, die SPD zwölf. Dem zweiten Kabinett Brandt gehörten an:
1. Stellvertreter und Auswärtiges: Walter Scheel (FDP)
2. Inneres: Hans-Dietrich Genscher (FDP)
3. Justiz: Gerhard Jahn (SPD)
4. Finanzen: Helmut Schmidt (SPD)
5. Wirtschaft: Hans Friderichs (FDP)
6. Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten: Josef Ertl (FDP)
7. Arbeit u. Sozialordnung: Walter Arendt (SPD)
8. Verteidigung: Georg Leber (SPD)
9. Jugend, Familie u. Gesundheit: Katharina Focke (SPD)
10. Verkehr: Lauritz Lauritzen (SPD)
11. Raumordnung, Bauwesen u. Städtebau: Hans-Jochen Vogel (SPD)
12. Innerdeutsche Beziehungen: Egon Franke (SPD)
13. Forschung u. Technologie, Post u. Fernmeldewesen: Horst Ehmke (SPD)
14. Bildung u. Wissenschaft: Klaus von Dohnanyi (SPD)
15. Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Erhard Eppler (SPD)
16. Besondere Aufgaben: Egon Bahr (SPD) und Werner Maihofer (FDP)

Siehe auch
Arendt, Walter
Bahr, Egon
Ehmke, Horst
Eppler, Erhard
Ertl, Josef
Focke, Katharina
Franke, Egon
Friderichs, Hans
Genscher, Hans-Dietrich
Jahn, Gerhard
Lauritzen, Lauritz
Leber, Georg
Maihofer, Werner
Möller, Alexander
Scheel, Walter
Schiller, Karl
Schmidt, Helmut
Strobel, Käte
Vogel, Hans-Jochen
von Dohnanyi, Klaus