Machtübergabe

 
 
 

Die Übergabe der Regierungsgewalt in Deutschland an die Nationalsozialisten, die daraufhin die demokratische Weimarer Republik in ein totalitäres System umwandelten. Die Begriffe „Machtergreifung“ oder „Machtübernahme“ sind deswegen wissenschaftlich problematisch, da zum einen der erste Begriff in der Zeit des NS-Regimes von der NSDAP-Propaganda geprägt wurde, zum anderen da der Weg zur Diktatur unter Hitler zumindest formal auf der Basis von Recht und Gesetz geebnet wurde. Der Machtwille Hitlers wurde von konservativer Seite unterschätzt, und somit wurden keine notwendigen staatlichen Schritte unternommen, um Hitler und die NSDAP, die ganz offen ihre Ziele vertraten, in ihrem Kurs zur Diktatur aufzuhalten, sie wurden sogar von konservativer und wirtschaflticher Seite unterstützt.
Die schlechte Lage der Wirtschaft, die fehlende Unterstützung für die junge Demokratie, der Terror der SA und SS und die Schuldzuweisung der schlechten Lage an politische Gegner und Unschuldige (v.a. Juden) schuffen den Boden, der schließlich – durch den Röhm-Putsch, das Ermächtigungsgesetz, die Reichstagsbrandverordnung oder das „Gesetz gegen Neubildung von Parteien“ usw. – den Weg freigab für die Machtübergabe an die NSDAP und die Konzentration aller Machtkompetenzen in der Person Hitlers.

Siehe auch
Ermächtigungsgesetz
Hitler, Adolf
NSDAP
Reichstagsbrandverordnung
Röhm-Putsch
SA
SS
von Hindenburg, Paul
Weimarer Republik