Novemberrevolution

 
 
 

Bezeichnung für die politischen Aufstände im Deutschen Reich und in Deutschösterreich im November 1918, in Folge derer die alten Monarchien beseitigt wurden und parlamentarisch-demokratische Republiken entstanden. Hauptursache hierfür war die wachsende Radikalisierung der Arbeiterschaft angesichts des nahenden militärischen Zusammenbruchs und der langjährigen Verweigerung innerer Reformen.

In Deutschland begann die Revolution mit einer Meuterei der Flotte und Matrosenaufständen in Wilhelmshaven und Kiel. Am 9. November erklärte Reichskanzler Max von Baden unter dem Eindruck der Massendemonstrationen in Berlin eigenmächtig die Abdankung Kaiser Wilhelms II. und übergab dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert die Reichskanzlerschaft. Ohne dessen Wissen rief Philipp Scheidemann (SPD) kurz darauf die „deutsche Republik“ aus, was von Karl Liebknecht (Spartakus) mit der Proklamation der „freien sozialistischen Republik“ beantwortet wurde. Im Anschluss daran verhinderte insbesondere die gemäßigt auftretende SPD-Führung die Durchsetzung weiterführender, sozialistischer Ziele, wie sie insbesondere der Spartakusbund um Liebknecht und Rosa Luxemburg forderte. Ihren formellen Abschluss fand die Novemberrevolution daher mit der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung am 11. August 1919.

Siehe auch
Ebert, Friedrich
Liebknecht, Karl
Luxemburg, Rosa
Scheidemann, Philipp
Spartakusaufstand
Spartakusbund
SPD
von Hohenzollern, Wilhelm II.
Weimarer Republik