Verhaftung Julius Lebers
Kurz nach dem Machtantritt Hitlers beginnt die SAP, sich im Untergrund zu organisieren. Anfangs geht es vor allem um die Verbreitung von Flugblättern. Herbert Frahm und Gertrud Meyer verfassen die Texte.
In der Nacht zum 1. Februar 1933 kommt es vor dem Lübecker Gerichtsgebäude zu einem Handgemenge zwischen Mitgliedern des Reichsbanners und der SA. Dabei wird der SA-Mann Rudolf Brügmann tödlich verwundet. Die Ereignisse jener Nacht dienen noch im Wahlkampf 1972 einer Verleumdungskampagne gegen Brandt, die ihn zu Unrecht mit dem Mord in Verbindung bringt. Einer der tatsächlich Beteiligten ist Julius Leber, der daraufhin unter Bruch seiner Abgeordnetenimmunität inhaftiert wird. Gemeinsam mit vielen anderen setzt Herbert Frahm am 19. Februar 1933 die Entlassung des schwer misshandelten SPD-Vorsitzenden aus der Untersuchungshaft durch.
„Als er mit verbundenem Kopf auf der Rednerbühne erschien, ungebrochen, ungebeugt, rief er nur ein einziges Wort: ‚Freiheit!‘ Für die Menge bedeutete dieser Ruf mehr als eine Forderung – es war ein Gelöbnis. Nein, der Kampf war nicht zu Ende – jetzt erst begann er. Das war nicht die letzte unserer Illusionen. Es war die letzte freiheitliche Demonstration in Lübeck. Es war auch das letzte Mal, daß ich Leber sah.“ Etwa einen Monat später wird Leber jedoch erneut verhaftet. Bis Mai 1937 bleibt er in den Konzentrationslagern Esterwegen und Sachsenhausen.