Willy-Brandt-Biografie
Januar 1957

Verleumdungskampagnen gegen Brandt

Anfang 1957 ist Willy Brandt als Präsident des Abgeordnetenhauses neben dem bereits todkranken Regierenden Bürgermeister, Otto Suhr, der wichtigste Politiker West-Berlins. Nicht nur politische Gegner, auch Parteigenossen wie der SPD-Landesvorsitzende Franz Neumann versuchen, Brandts weiteren Aufstieg um jeden Preis zu verhindern.

Neumann sammelt bereits seit 1948 Material, das sich gegen Brandt einsetzen ließe. Die rechtsliberale Berliner Zeitung Montagsecho macht daraus eine über Wochen andauernde Verleumdungskampagne, die erst vom Berliner Landgericht gestoppt werden kann. Sie greift all die falschen Behauptungen auf, die Brandt über Jahre verfolgen werden: Er sei aus unehrenhaften Gründen aus Deutschland geflohen, er habe mit der Waffe in der Hand für die kommunistischen Interbrigaden in Spanien und in norwegischer Uniform gegen deutsche Soldaten gekämpft.

Viele Berliner SPD-Mitglieder unterstützen Brandt. Die großen Berliner Tageszeitungen setzen sich für ihn ein, allen voran die Berliner Morgenpost. Brandts Aufstieg zum Regierenden Bürgermeister und SPD-Landesvorsitzenden können die Schmutzkampagnen ebenso wenig verhindern wie spätere Verleumdungen seine Wahl zum SPD-Vorsitzenden und zum Bundeskanzler.

© AdsD der Friedrich-Ebert-Stiftung
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Otto Suhr, der Präsident des Abgeordnetenhauses, Willy Brandt und der SPD-Landesvorsitzende, Franz Neumann, Oktober 1956 (v.l.n.r.)


Glossar

Suche

Kontakt | Impressum | Sitemap | Startseite

© 2005 Bundeskanzler- Willy- Brandt- Stiftung