Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Oktober 1957

Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin

 
© Landesbildstelle Berlin
Willy Brandt während seiner Rede vor dem Abgeordnetenhaus, unmittelbar nach seiner Wahl zum Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Am 3. Oktober 1957 wird Willy Brandt vom Berliner Abgeordnetenhaus mit 86 zu 10 Stimmen zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. Der Versuch von Brandts langjährigem Rivalen, dem SPD-Landesvorsitzenden Franz Neumann, noch kurz vor der Wahl prominente Gegenkandidaten aufzubieten, scheitert.

In seiner ersten Regierungserklärung am 17. Oktober wahrt Brandt Kontinuität zu seinen Vorgängern Ernst Reuter und Otto Suhr. Doch er setzt auch behutsam eigene Akzente: „Berlin hat gewiß keine eigene Außenpolitik zu betreiben; aber es hat Erfahrungen zu vermitteln, die sich aus seiner Lage und seinem Schicksal ergeben. (...) Wenn unser Wort Gewicht haben soll, dürfen wir die Erkenntnisse der hinter uns liegenden Jahre nicht vergessen.“

Brandts Anliegen ist es, „die neue Wirklichkeit zu verstehen, den Kraftlinien weltpolitischen Geschehens nachzuspüren, um aus neuen Erkenntnissen gegebenenfalls neue Konsequenzen ziehen zu können. Die Gesamtentwicklung drängt zu neuen Lösungen, bei denen die wohlverstandenen Interessen aller berücksichtigt werden.“

Willy Brandt wird Berlin bis zu seiner Ernennung zum Außenminister der Bundesrepublik Deutschland im Dezember 1966 regieren.



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