26.09.2019

Askov Kurov erhält Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte

In Kooperation mit dem Human Right Film Festival Berlin

Gestern wurde erstmalig der Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte am Abschlussabend des Human Rights Film Festivals Berlin 2019 (18.-25. September 2019) verliehen. Peter Brandt, Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt, überreichte den Preis an den russischen Regisseur Askold Kurov. Kurov erhielt den Preis für seinen beeindruckenden Dokumentarfilm Novaya (2018) über die Redaktion der „Nowaja Gaseta“, eine der ersten und nun letzten unabhängigen Zeitungen Russlands.

„Der Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte soll an Willy Brandts Leistungen als Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger erinnern und herausragende Filmemacherinnen und Filmemacher unterstützen, deren Arbeit exemplarisch für die Werte Willy Brandts stehen. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Sprache verroht und unabhängiger Journalismus kritisiert und systematisch in Frage gestellt wird, ist ein Film wie Novaya essentiell“, sagte Peter Brandt in seiner Laudatio.

Der Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte zeichnet einen Dokumentarfilm für seine herausragende künstlerische und inhaltliche Leistung aus. Der mit 3.000 EUR von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung dotierte Preis wird im Rahmen des Human Rights Film Festivals Berlin in den Jahren 2019 – 2023 verliehen. Das Festival wurde 2018 von der Organisation Aktion gegen den Hunger gegründet.

Die Begründung der Jury im Wortlaut:
Wir zeichnen einen Film aus, der die höchsten Künste des Dokumentarfilmemachens vereint: Eine intime Beobachtung durch eine diskrete, unauffällige Kameralinse. Keine Inszenierung, kein Vortrag, kein Kommentar - die Bilder, die wir sehen, sprechen für sich und bringen uns einer Gruppe heldenhafter Verfechter*innen der Presse- und Meinungsfreiheit nahe. Wir werden Zeugen ihres täglichen Kampfes um die Wahrheit und ihrer Tapferkeit, selbst in Momenten, in denen ihr Mut von Angst erfüllt ist. Dieser Film ist ein subtiles Zeugnis des hohen Preises, den diese Journalist*innen zahlen und ihr Leben riskieren, um unter schwierigsten Umständen einen kritischen Journalismus aufrechtzuerhalten. Seit dem Jahr 2000 hat Nowaja Gaseta, eine der größten unabhängigen Zeitungen in Russland, die dreimal für den Nobelpreis nominiert wurde, sechs ihrer Mitglieder* verloren – Journalist*innen, die stets ihrem Berufsethos treu geblieben sind. Der Film ist wahrlich im Geiste des ehemaligen Kanzlers und Journalisten Willy Brandts und seines legendären Credos gemacht: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“.

Pressekontakt:
Fotos zur honorarfreien Nutzung erhalten Sie auf Anfrage oder unter www.humanrightsfilmfestivalberlin.de

Malte Mau
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
T. 030 – 787 707 25 E.
m.mau@willy-brandt.de

Peter Brandt überreicht Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte an Askold Kurov. Human Rights Film Festival Berlin/Dovile Sermokas