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31.03.2015

Neuerschienen: Tagungsband zum Streit um die Nachrüstung

Neue Erkenntnisse über die atomare Aufrüstung am Ende des Kalten Krieges

In den 1970er Jahren planten sowohl West- als auch Osteuropa die Aufstellung neuer atomarer Raketensysteme. Die nachfolgende Kontroverse wurde zur Schlüsselfrage in den späteren Jahren des Kalten Krieges im Spannungsfeld zwischen Supermächten, NATO und Warschauer Pakt.

Wissenschaftler verschiedener Länder und Disziplinen trafen sich 2009 in Rom zu einer Konferenz, bei der die Stiftung Mitveranstalterin war. Die Ergebnisse liegen nun im Tagungsband The Euromissile Crisis and the End of the Cold War vor, der Wurzeln, Entfaltung sowie Folgen der Krise untersucht und damit die Forschungslücke um die atomare Aufrüstung bis zum Fall der Mauer 1989 schließt. Durch umfangreiche Recherchen und Auswertung ehemals unzugänglicher Dokumente aus westlichen Ländern sowie die Öffnung von Staats- und Parteiarchiven vieler Ostblockländer konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Bernd Rother, Mitherausgeber des Bandes, beschäftigt sich in seinem Artikel mit dem Streit innerhalb der europäischen Sozialdemokratie über die Nachrüstung. Die französischen Sozialisten hielten eine Reaktion auf die sowjetischen SS-20-Raketen für unabdingbar, während die SPD eine weitere Aufrüstung ablehnte. Die Kontrahenten sammelten ihre Unterstützer in zwei verschiedenen Arbeitsgruppen, Skandilux und Eurosud genannt. Der Graben war tief und wurde erst überwunden, als der Kalte Krieg 1989/91 zu Ende ging.
Wolfgang Schmidts Beitrag The Euromissile Crisis, the Palme Commission, and the Search for a New Security Model behandelt die Beratungen in der von Olof Palme geleiteten "Unabhängigen Kommission für Abrüstung und Sicherheitsfragen" Anfang der 1980er Jahre. Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept "Gemeinsame Sicherheit" , das seinerzeit von Egon Bahr in der Palme-Kommission entwickelt wurde und mit dem er die Arbeit dieses Gremiums entscheidend prägte.

Der englischsprachige Tagungsband ist nun bei der Stanford University Press erschienen.

Dr. Bernd Rother und Dr. Wolfgang Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiter der Stiftung

Dr. Bernd Rother und Dr. Wolfgang Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiter der Stiftung