04.08.2019

14. August: "Die Mauer fiel in Danzig."

Sonderführung zum Umbruch in Polen und Willy Brandts Verhältnis zur Gewerkschaft "Solidarność"

 

Am 14. August 1980 kam es auf der Danziger Werft zu einem umfassenden Streik der Arbeiterinnen und Arbeiter. Aufgrund der desaströsen wirtschaftlichen Lage in Polen und der Untätigkeit der kommunistischen Machtelite weitete sich der Streik zu einer landesweiten Protestwelle aus. Die Gewerkschaft „Solidarność“ gründete sich, unterstützt von regimekritischen Intellektuellen und der katholischen Kirche.

Ende August 1980 konnte die Gewerkschaft mit ihrem Vorsitzenden Lech Wałęsa der Parteiführung in Warschau zahlreiche Zugeständnisse abtrotzen. Im Laufe des Jahres 1981 spitzte sich die politische Situation zwischen den zahlreichen Mitgliedern der „Solidarność“ und dem Regime zu. General Jaruzelski verhängte im Dezember 1981 das Kriegsrecht in Polen.

Willy Brandt stand den Oppositionellen in Osteuropa zurückhaltend gegenüber. Obwohl er einerseits viel Sympathie für die polnische Gewerkschaft „Solidarność“ hegte, wollte er andererseits seine guten Beziehungen mit den Regierenden in Warschau nicht zu sehr gefährden. Er vermied daher eine öffentliche Parteinahme und reagierte relativ moderat auf die Verhängung des Kriegsrechtes. Dass er bei seinem Polen-Besuch 1985 nicht mit dem Solidarność-Anführer Lech Wałęsa zusammenkam, stieß auf viel Kritik.

Unsere Führung durch die Ausstellung fächert die Ereignisse im "Polnischen August" auf, beleuchtet die Position Willy Brandts und der SPD zur Danziger Gewerkschaftsbewegung und zeigt, wie sehr die Ereignisse in Polen zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Osteuropa beigetragen haben.

Führung um 12 und um 16 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten, kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich.

Schriftzug der „Solidarność“ vor dem Europäischen Zentrum der „Solidarność“ in Danzig; (c) EHZ Danzig

Lech Wałęsa spricht im August 1980 zu den Streikenden in der Danziger Werft; (c) ddp images; BWBS