28.01.2019

5. März: „Ein Stück Machtwechsel“

Vortrag und Zeitzeugengespräch zum 50. Jahrestag der Wahl Gustav Heinemanns zum Bundespräsidenten

Vor 50 Jahren wählte die Bundesversammlung in Berlin Gustav Heinemann von der SPD zum Bundespräsidenten. Erst im dritten Wahlgang konnte er sich äußerst knapp mit 512 zu 506 Stimmen gegen Verteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) durchsetzen. Den Ausschlag gaben die Stimmen von der FDP, die dem Justizminister der Großen Koalition zuvor ihre Unterstützung zugesagt hatte, während die Wahlmänner der NPD für Schröder votierten.

Heinemann sprach damals von einem „Stück Machtwechsel“. Tatsächlich markierte seine Wahl den Beginn der Zusammenarbeit von SPD und FDP auf Bundesebene. Nur ein halbes Jahr später, nach der Bundestagswahl am 28. September 1969, wurde in Bonn eine sozial-liberale Koalition gebildet und Willy Brandt als erster Sozialdemokrat zum Bundeskanzler gewählt.

Am 50. Jahrestag der Bundespräsidentenwahl erinnern wir an Gustav Heinemann und die Anfänge der sozial-liberalen Ära. Nach einem Vortrag des Historikers und Heinemann-Biograf Thomas Flemming findet ein Gespräch zwischen ihm und der langjährigen Bundestagsabgeordneten Ingrid Matthäus-Maier statt. Sie trat 1969 in die FDP ein, wechselte 1982 zur SPD und ist eine politische Zeitzeugin par excellence. Die Diskussion moderiert Wolfgang Schmidt.

Mit dieser Veranstaltung startet unsere Stiftung ihr besonderes Programm, das sie zur 50-jährigen Kanzlerschaft Willy Brandts 2019–2024 durchführt und das in diesem Jahr unter dem Motto Demokratie steht.

Ort: Forum Willy Brandt Berlin
Beginn: 18.00 Uhr

Teilnahme nur mit Anmeldungen via Online-Anmeldung, info(a)willy-brandt.de oder 030-7877070.

Willy Brandt bei seiner Ernennung zum Bundeskanzler bei Bundespräsident Heinemann, 1969. Foto: Bundesbildstelle/Ludwig Wegmann