24.09.2019

Jubiläumsprogramm 50 Jahre Kanzlerschaft Willy Brandt

Pressemitteilung vom 24. September 2019

Vor 50 Jahren, am 21. Oktober 1969, wurde Willy Brandt in Bonn zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler gewählt. Bis heute steht sein Name für eine Politik des Friedens und der Versöhnung, sowohl innerhalb als auch außerhalb Deutschlands. An die Kanzlerjahre 1969 – 1974 erinnert die Bundeskanzler-Willy-Brandt Stiftung im In- und Ausland mit neuen Ausstellungen, einem vielfältigen Jubiläumsprogramm, der Neueröffnung des Forum Willy Brandt Berlin und einer Reihe wissenschaftlicher Konferenzen.

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Jahresthema 2019:
Demokratie Jedes Jubiläumsjahr steht unter einem eigenen Thema. Die Themen bilden Schwerpunkte der Kanzlerschaft Willy Brandts ab und verknüpfen sie mit aktuellen Fragestellungen. In seiner ersten Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 versprach Willy Brandt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“. Dieser bis heute unvergessene Satz wurde zum Leitspruch für seine Kanzlerschaft. Mit dem Jahresthema Demokratie stellt die Stiftung daher im Jahr 2019 neben der historischen Betrachtung auch die Bedeutung von „mehr Demokratie“ für aktuelle Herausforderungen in den Mittelpunkt. Die weiteren Jahresthemen lauten: Frieden (2020), Erneuerung (2021), Mitbestimmung (2022), Europa (2023) und Krisen (2024).

Höhepunkte des Jubiläumsprogramms
Zum Auftakt des Jubiläumsprogramms im Herbst 2019 in Berlin verleiht die Stiftung am 25. September erstmals den Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte in Kooperation mit dem Human Rights Film Festival Berlin. Der Preis wird von Peter Brandt am Abschlussabend des Festivals überreicht.

Welche Handlungsempfehlungen lassen sich heute aus Willy Brandts Politik ableiten? Was sagt uns sein Aufruf „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ heute noch? Diese Fragen diskutiert Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff mit Franziska Brantner, Sprecherin für Europapolitik der Fraktion Bündnis90/DIE GRÜNEN, Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident und stellvertretender Parteivorsitzender der FDP und Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses 2005-2013, CDU, am 16. Oktober bei der gemeinsam mit dem Tagesspiegel organisierten Veranstaltung „Mehr wagen. Die Parteien 50 Jahre nach Willy Brandt“.

Zum Jubiläum der Kanzlerschaft Willy Brandts hat die Stiftung die Wanderausstellung „Willy Brandt – Freiheitskämpfer, Friedenskanzler, Brückenbauer“ entwickelt. Am 22. Oktober, 50 Jahre nach der Vereidigung von Brandts Kabinett, präsentiert die Stiftung erstmals die Ausstellung im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestags. Zur Eröffnung sprechen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Wolfgang Thierse, der von 1998 bis 2005 Bundestagspräsident war. Die Wanderausstellung ist bis zum 15. November im Paul-Löbe-Haus für die Öffentlichkeit zu sehen. Danach geht sie für die nächsten Jahre auf Tour durch Deutschland. Erste Stationen sind Köln, Bonn, Erfurt, Kassel und Heidelberg.

Im November kommt das Jubiläumsprogramm nach Bonn mit einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Am 12. November diskutieren dort der Historiker Manfred Görtemaker, der Journalist Gunter Hofmann und der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Karsten Brenner, über die Wahl Willy Brandts und den Aufbruch in eine neue Zeit. Es moderiert Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers Bonn.

Am 12. Dezember hält die weltbekannte Autorin, Journalistin und Umweltaktivistin Naomi Klein im Allianzforum am Pariser Platz die Willy Brandt Lecture 2019. Ihr neues Buch „Green New Deal – Wir können den Planeten retten“ zeigt auf, warum die Verwirklichung der Vision einer „Grünen Zukunft“ für die Menschheit unverzichtbar ist. Einen Tag vor dem Ende der UN-Klimakonferenz 2019 in Santiago de Chile zieht sie Bilanz, welche Maßnahmen nötig sind, um den drohenden Kollaps unseres Klimas abzuwenden.

Am 16. Dezember findet das Jubiläumsprogramm 2019 mit der Willy-Brandt-Rede Lübeck seinen Abschluss. Alexandra Dulkiewicz, Stadtpräsidentin von Danzig, spricht achtzig Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs über das deutsch-polnische Verhältnis gestern und heute – und dabei auch über ein Lebensthema Willy Brandts, das er in seiner ersten Regierungserklärung mit dem Satz zusammenfasste: „Wir wollen ein Volk von guten Nachbarn sein und werden – im Innern und nach außen.“

Im Jahr 2020 geht dann eine internationale Wanderausstellung auf Tour und wird zunächst in Moskau und Warschau gezeigt. Sie erinnert dort vor allem an die bedeutenden Meilensteine in Willy Brandts Ostpolitik. Zu den verschiedenen historischen Jubiläen im nächsten Jahr – dem ersten innerdeutschen Gipfel, den Ostverträgen und dem Kniefall – sind zudem Veranstaltungen und wissenschaftliche Konferenzen in Erfurt, Berlin, Moskau und Warschau geplant.

Willy-Brandt-Haus Lübeck
In seiner Geburtsstadt erinnert das Willy-Brandt-Haus Lübeck mit einer Vielzahl von Veranstaltungen an die Kanzlerschaft. Am 20. Oktober findet eine Matinee im Johanneum zu Lübeck, Brandts ehemaliger Schule, statt. Es sprechen Björn Engholm, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein a. D., Jan Lindenau, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, und Serpil Midyatli, Vorsitzende der SPD Schleswig-Holstein. Im Museumsgarten des Hauses erinnert noch bis Ende September eine Sonderausstellung an den Wahlkampf vor 50 Jahren. Am Jahrestag der Bundestagswahl (28. September), der Kanzlerwahl (21. Oktober) und des Regierungsantritts Brandts (28. Oktober) werden im Zweistundentakt Sonderführungen durch die Dauerausstellung angeboten. Auch das Jahresthema „Demokratie“ wird in Lübeck auf vielfältige Weise umgesetzt. Ein erster Höhepunkt war bereits der Theaterworkshop „Democracy Debattle“ im Mai, am 13. Dezember folgt der „Democracy Slam“.

Neueröffnung Forum Willy Brandt Berlin: Geschichte in Kleinformat
Am 1. Oktober öffnet das Forum Willy Brandt Berlin am Interimsstandort in der Behrenstraße 15 in Berlin-Mitte wieder täglich seine Türen für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Mit eindrucksvollen Objekten, Sonderausstellungen und einem umfassenden Programm erinnert das Forum an das Leben und politische Wirken des Bundeskanzlers und bisher einzigen deutschen Friedensnobelpreisträgers nach 1945.

Mit dem Fall der Mauer vor 30 Jahren ging für Willy Brandt ein Lebenstraum in Erfüllung. Ab dem 1. November zeigt die Stiftung, in Kooperation mit dem Miniatur Wunderland Hamburg, im Forum Willy Brandt Berlin die Sonderausstellung „Geteilte Stadt. 1945 – 1990“. Sieben Dioramen zeigen am Beispiel einer fiktiven Berliner Straßenkreuzung den wechselvollen Alltag der Menschen in Ost und West in der Frontstadt des Kalten Krieges. Bis zum 30. April 2020 können die Besucherinnen und Besucher in das Leben im Schatten der Berliner Mauer eintauchen und die dramatischen Auswirkungen der Nachkriegszeit, des Mauerbaus und der Friedlichen Revolution in der DDR in Kleinformat nacherleben. Entwickelt wurde die außergewöhnliche Ausstellung vom Miniatur Wunderland Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Zur Vernissage am 31. Oktober sprechen Peter Brandt, Sebastian Drechsler vom Miniatur Wunderland Hamburg und Sabine Bamberger-Stemmann von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.