03.06.2019

Neuerscheinung: "Wir wollen mehr Demokratie wagen."

Der Tagungsband zum Jubiläum 50 Jahre Kanzlerschaft Willy Brandt

»Wir wollen mehr Demokratie wagen.« Dieser Satz von Willy Brandt ist zum legendären Leitspruch für die Reformen in der Bundesrepublik am Übergang von den 1960er- zu den 1970er-Jahren geworden. Den Hintergründen, der Umsetzung und den Folgen dieses Satzes, den Willy Brandt in seiner ersten Regierungserklärung als Bundeskanzler am 28. Oktober 1969 aussprach, widmete sich im September 2017 eine wissenschaftliche Konferenz. Nun liegen deren Ergebnisse als Band 6 der Willy-Brandt-Studien im Verlag J.H.W. Dietz Nachf. vor.

Der Sammelband analysiert die Hintergründe und die gewollten sowie die ungewollten Folgen und Wirkungen jenes Versprechens und ordnet die Demokratisierungs- und Liberalisierungsbestrebungen der Ära Brandt in den internationalen Kontext ein. Willy Brandt weckte 1969 hohe Erwartungen, die von der sozial-liberalen Koalition aber nur zum Teil erfüllt wurden. Zunächst beschleunigten sich gesellschaftliche Demokratisierungsprozesse von unten, deren Akteure die Forderung nach »mehr Demokratie« häufig viel radikaler auslegten, als es den Regierungsparteien lieb war. Was Umfang und Tempo der Reformen anging, lag die Bundesrepublik im internationalen Vergleich gleichwohl mit an der Spitze. In der bundesdeutschen Außenpolitik der 1970er- und 1980er-Jahre spielte das Konzept der Demokratie dagegen eine überraschend geringe Rolle.

Herausgeber des Tagungsbandes sind der vor kurzem verstorbene Zeithistoriker Axel Schildt, der viele Jahre Mitglied im Vorstand unserer Stiftung war, und Wolfgang Schmidt, einer unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter. Zu den Autor*innen zählen u. a. Martin Sabrow, Alexander Gallus, Elke Seefried, Hélène Miard-Delacroix und Dietmar Süß.

Der Sammelband kommt jetzt in den Buchhandel und kann auf der Website des Verlags bestellt werden. Eine Leseprobe befindet sich dort ebenfalls.

Titelbild des Tagungsbandes