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14.12.2011

Kultur hat in Schleswig-Holstein einen schweren Stand

Björn Engholm und Christian Schwandt diskutierten über "Kultur in der Krise!"

Björn Engholm und der geschäftsführende Direktor des Lübecker Theaters Christian Schwandt diskutierten im Rahmen der vierten "Denkbar Brandt" zum Thema "Kultur in der Krise!?".

Herr Schwandt führt seit 2007 die Geschäfte des Lübecker Theaters mit großem Erfolg. Die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst in den kommenden Jahren stellen jedoch für das Theaters eine große Herausforderung dar.  Kultur hat bei der derzeitigen Landesregierung in Schleswig-Holstein allerdings einen schlechten Stand. Bei vielen ländlich geprägten Politikern fehle es an Verständnis für Kultur und ihren Beitrag für unsere Gesellschaft, so Schwandt.

Die Städte seien mit ihren kulturpolitischen Anliegen bei der Landesregierung in Kiel oft schlecht vertreten, so Professor Jörg Linowitzki von der Lübecker Musikhochschule. Die sächsische Landeshauptstadt Dresden investiere nach Schwandt mehr Geld in die Kultur als das Bundesland Schleswig-Holstein. Die Landesregierung Schleswig-Holstein gebe sogar vor, mit weiteren Etatkürzungen im Bereich Kultur den Landeshaushalt sanieren zu können. Der Anteil der Kultur am Landeshaushalt beträgt lediglich 0,8%.

Viele Anwesenden fragten sich, wie ein kulturelles Angebot in Städten wie Lübeck gesichert werden kann, wenn künftig viel drastischer gespart werden muss. In Lübeck geht es auch darum, die unabhängige Theaterszene zu sichern. In Ländern wie den Niederlanden, wo ein Geert Wilders Hochkultur als "linkes Hobby" bezeichnet hat, werden gerade empfindliche Einschläge in die Kulturlandschaft vorgenommen.

Christian Schwandt ist optimistischer: Theatergänger seien in Deutschland eine wichtige Wählerschaft. Landesregierungen, die dieses Feld vernachlässigten oder sogar absterben ließen, verlören in der so umkämpften Mitte an Zustimmung. Das könne oft entscheidend für eine Wahl sein.Von einer schleichenden Ökonomisierung der Kultur berichtete Björn Engholm. In Frankfurt am Main würde disktuiert, dass die dortigen Museen jährlich 3% Rendite gemessen am Wert ihrer Sammlung zu erwirtschaften hätten. Man stelle sich nur einmal den Wert der Sammlung des Frankfurter Städel Museums vor. Der Wert von Kultur müsse anders als in Euro bemessen werden. Schon jetzt leisteten die Einrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Erziehung, wo und wie sollten sich insbesondere Jugendliche mit ästhetischen Talenten entwickeln? Hierzu bedürfe es allerdings eines Bündnisses aller Kulturschaffenden, die sich nicht im Kampf um Anteile am Kulturbudget auseinander bringen lassen dürften.

Christian Schwandt erläutert seine Thesen.

Björn Engholm in der Diskussion