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13.03.2017

Zum Tod von Horst Ehmke

Der SPD-Politiker war ein enger politischer Wegbegleiter Willy Brandts bei der Umsetzung der Ostpolitik.

Im Alter von 90 Jahren ist am Sonntag Horst Ehmke gestorben. Ohne ihn hätte die sozial-liberale Koalition nicht die Vielzahl innerer Reformen umsetzen können, die besonders in den ersten Jahren von Willy Brandts Kanzlerschaft gelangen. Als Chef des Bundeskanzleramtes koordinierte er nicht nur die Arbeit der Ministerien, er trieb sie auch voran. Nicht immer und bei allen kam sein Selbstbewusstsein gut an, aber die Erfolge überzeugten auch Kritiker. Ehmke war die perfekte Ergänzung zum eher moderierenden Kanzler Brandt.

Der Professor für Öffentliches Recht gehörte zur Generation von Akademikern, die in den 1950ern zur Sozialdemokratie stießen. Sie veränderten das Gesicht der Partei und machten sie für neue Wählerschichten attraktiv. Ehmke stand für die Modernisierung des politischen Betriebs. Im Kanzleramt bemühte er sich um Koordinierung und langfristige Planung der Regierungsvorhaben. Als einer der Ersten nutzte er dazu die elektronische Datenverarbeitung.

1967 hatte er als Staatssekretär im Justizministerium seine Karriere in der Bundespolitik begonnen. 1969-1972 leitete er die Regierungszentrale. Auf Druck von Helmut Schmidt musste er nach dem großen Wahlsieg von 1972 dieses Amt aufgeben und wurde Minister für Forschung und für das Postwesen. Sein Weggang aus dem Kanzleramt war sofort schmerzlich spürbar.
Von 1974 bis 1990 war Ehmke außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag.

Horst Ehmke war der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung eng verbunden. Mehrfach trat er als Redner auf Veranstaltungen auf. Sein Vortrag "Reformpolitik und 'Zivilgesellschaft'" ist in unserer Schriftenreihe verfügbar.

Porträt von Horst Ehmke

Bundesminister für Forschung und Technologie Prof. Dr. Horst Ehmke, 1973