15.04.2019

21. Mai: Das Netzwerk „Neu Beginnen“ und die Berliner SPD nach 1945

Buchpräsentation mit Tobias Kühne und Michael Bienert

In der konspirativ organisierten Gruppe „Neu Beginnen“ leisteten Sozialdemokraten und Kommunisten ab 1933 erbitterten Widerstand gegen die NS-Diktatur. In seiner im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienenen Dissertation hat Tobias Kühne erstmals die bislang un­erforschte Geschichte dieses Netzwerks nach 1945 untersucht. Er zeigt auf, dass und wie einstige Mitglieder von „Neu Beginnen“, wie Eberhard Hesse, Kurt Mattick, Theo Thiele oder Willi Urban, in der Nach­kriegszeit in der Berli­ner SPD wieder zu­sammen­fanden und dort ein­flussreiche Positio­nen übernahmen. In den 1950er Jahren zählten sie zum Reform­flügel der Partei und waren wich­tige Unter­stützer von Ernst Reuter und später Willy Brandt bei deren Machtkampf mit Franz Neumann und dessen Anhängern.
Während die „Neu Be­ginnen“-Netzwerker die Umwandlung der SPD von einer Klassen- zur Volkspartei förderten, lehnten sie jedoch in den 1960er Jahren Brandts ost- und deutschlandpolitischen Ent­spannungskurs strikt ab. Durch ihr stures Beharren auf einem rigorosen Antikommunismus, der auch zu etlichen Partei­ausschluss­verfahren gegen linke Sozialdemokraten führte, manövrierten sich die Leute von „Neu Beginnen“ schließlich ins politische Abseits und in die Bedeutungslosigkeit.

Nach seinem Vortrag, der sich speziell dem Verhältnis zwischen den „Neu Beginnen“-Netzwerkern und Willy Brandt in Berlin widmet, wird Tobias Kühne mit Michael Bienert (Geschäftsführer des Ernst-Reuter-Archivs) über das Buch diskutieren. Es moderiert Wolfgang Schmidt.

Beginn: 18 Uhr
Neue Adresse: Forum Willy Brandt Berlin, Behrenstraße 15, 10117 Berlin
Anmeldungen werden erbeten über info@willy-brandt.de oder 030-787707-0

In Kooperation mit dem Verlag für Berlin-Brandenburg

Tobias Kühne: Das Netzwerk „Neu Beginnen“ und die Berliner SPD nach 1945, Berlin 2018.