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13.06.2018

Quo vadis Europa?

Das Willy-Brandt-Gespräch 2018

Am 11 Juni fanden an einem wunderschönen Frühsommerabend über 250 Gäste aus der Politik und Gesellschaft, Medienvertreter und Freunde der Stiftung den Weg zum Willy-Brandt-Gespräch 2018. Das Thema des Abends: Quo vadis Europa? Diese Frage diskutierten Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der Autor und Gewinner des Deutschen Buchpreises 2017, Robert Menasse, Alexander Graf Lambsdorff (FDP) und die Frankreichexpertin Claire Demesmay (DGAP).

>> Video: Vortrag Robert Menasse
>> Das Gespräch auf Inforadio
>> Download: Vortrag Robert Menasse (pdf)

Zum Auftakt des Abends begrüßte Wolfgang Thierse als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung die Gäste. In seinem Grußwort hob er die Kernpunkte von Präsident Macrons Rede an der Sorbonne hervor und forderte, wie auch der französische Präsident, eine offene und lebendige Debatte über die Zukunft von Europa zu führen. Nun, so Thierses Hoffnung, müsse die Debatte an Fahrt gewinnen und vielleicht verhelfe Trump den Europäern zu mehr Einigkeit.

Es folgte Robert Menasse mit dem traditionellen Vortrag zum Thema des Abend „Ein souveränes, geeintes und demokratisches Europa: Erreichbares Ziel oder leere Pathosformel?„ In unvergleichlicher Weise geleitete er durch die Geschichte Europas und führte gekonnt die großen Errungenschaften der Europäischen Union vor Augen.

„Wer die Musik nicht hört, hält Tanzende für wahnsinnig“, beschrieb er eines der Kernprobleme der EU. Denn Menschen, die den Sinn des historischen Projekts Europa und dessen Errungenschaften nie gehört noch erlebt hätten, würden jetzt die Konsequenzen sehen - und diese für verrückt und bedrohlich halten. Wichtig sei es, eine Diskussion zu führen, in der ein europäisches Wir anstelle der nationalen Eigeninteressen trete.

Das Podium nahm diesen Gedanken auf. Die Themen waren weit gefasst doch man war sich einig darin, dass nur ein mehr an Europa die Antwort auf die vielen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen sei. Bundesfinanzminister Scholz bekräftigte noch einmal sein Bekenntnis für ein starkes Europa, in dem es zum Beispiel auch darum gehe, als eine der nächsten Aufgaben, die Zusammenführung der militärischen Fähigkeiten anzugehen. „Wir sollten auch über so etwas reden, wenn wir über Frieden und Sicherheit reden.“ Auch bekräftigte er die Forderung nach einer europäischen Transaktionssteuer. „Sie steht schon in zwei Koalitionsverträgen und ist nix geworden", sagte Scholz. Dies würde auch einen Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufgreifen und in die Realität umsetzen.

Die Diskussion, wieder meisterhaft von Harald Asel von Inforadio (rbb) moderiert, zog das Publikum in ihren Bann und viele bedauerten, dass es nach knapp einer Stunde zu Ende ging. Auch für das Projekt Europa wird oftmals mehr Zeit und Ruhe gefordert – doch Alexander Graf Lambsdorff brachte es auf den Punkt: „Wir haben nicht so wahnsinnig viel Zeit. Es müssen auch große Entscheidungen getroffen werden.“

Der Abend endete mit einem herzlichen Empfang und angeregten Gesprächen. Und nachdem Robert Menasse die obligatorische Zigarette nach dem Signieren der Bücher geraucht hatte, entschwand er gemeinsam mit Olaf Scholz in den Abend.

Inforadio (rbb) hat das Gespräch in der Sendung „Das Forum“ am Sonntag, den 17. Juni 2018, um 11.05 Uhr und um 20.05 Uhr ausgestrahlt. Inforadio (rbb) ist in Berlin auf UKW 93,1 MHz und im Digitalradio zu hören.

Willy-Brandt-Gespräch 2018. Foto: Jens Jeske/BWBS