06.01.2018

27. Januar: "Widerstand und Verfolgung 1933-45"

Ein Stadtrundgang zu Orten der Arbeiterbewegung in Lübeck

Herbert Frahm und Gertrud Meyer verfassten Flugblätter und verteilten sie Anfang 1933 heimlich nachts in Lübeck. Edmund Fülscher und seine Freunde malten für die Altstadt gut sichtbar eine Anti-Hitler-Parole auf das Dach einer Spedition nahe des Holstentores. Die 72jährige Kommunistin Maria Hartmann schob einen Kinderwagen mit einer Puppe als Attrappe durch Lübeck - unter der Kinderdecke Flugblätter gegen die Nationalsozialisten.
Während die einen aus dem Exil den Widerstand fortsetzen konnten, wurden die anderen verhaftet, misshandelt, ermordet oder überlebten im Untergrund.

Auf unserem Themenspaziergang stehen nicht nur einzelne Biografien aus der Lübecker Arbeiterbewegung im Mittelpunkt; wir suchen auch Orte auf, die den Widerstand der Frauen und Männer der Lübecker Arbeiterschaft sichtbar machen. Außerdem: Wo liegen die Gründe für den Zusammenbruch des Widerstandes nach 1935? Was passierte mit den Opfern der Verfolgung und den Tätern nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?

Start: 14 Uhr an der Stele zur Befreiung Lübecks am 8. Mai 1945 (am Holstentor).
Von dort geht es über die Depenau zur Marles- und Dankwartsgrube. Der Spaziergang endet nach ca. zwei Stunden am Zeughaus.
Referent: Dr. Wolfgang Muth, ehemaliger Leiter des Geschichtsmuseums Herrenwyk

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Information zum Gedenktag: Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, das größte Konzentrationslager des nationalsozialistischen Völkermords. Seit 1996 ist dieser Tag bundesweiter Gedenktag. Seit 2007 wurde er von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts ernannt.

Das Wohnhaus Gertrud Meyers heute. Sie war als SAP-Mitglied eine von vielen Lübecker Arbeiterinnen, die sich gegen Hitler engagierten. Foto: Dr. Margit Christensen

Lernten sich im Lübecker Widerstand kennen: Willy Brandt und seine Freundin Gertrud Meyer. Nach einer Haftstrafe folgte Gertrud ihrem Freund - er hieß damals noch Herbert Frahm - in das Exil nach Norwegen, wo dieses Foto 1939 entstand.