24.05.2019

5. Juni: Stadtrundgang

Als das rote Lübeck braun wurde

Herbert Frahm und Gertrud Meyer verfassten Flugblätter und verteilten sie Anfang 1933 heimlich nachts in Lübeck. Edmund Fülscher und seine Freunde malten für die Altstadt gut sichtbar eine Anti-Hitler-Parole auf das Dach einer Spedition nahe des Holstentores. Die 72jährige Kommunistin Maria Hartmann schob einen Kinderwagen mit einer Puppe als Attrappe durch Lübeck - unter der Kinderdecke Flugblätter gegen die Nationalsozialisten. Während die einen aus dem Exil den Widerstand fortsetzen konnten, wurden die anderen verhaftet, misshandelt, ermordet oder überlebten im Untergrund.

Auf unserem Themenspaziergang stehen nicht nur einzelne Biografien aus der Lübecker Arbeiterbewegung im Mittelpunkt. Wir suchen auch Orte auf, die den Widerstand der Frauen und Männer der Lübecker Arbeiterschaft sichtbar machen. Außerdem: Wo liegen die Gründe für den Zusammenbruch des Widerstandes nach 1935? Was passierte mit den Opfern der Verfolgung und den Tätern nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?

Im Rahmen der Ausstellung "Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1923-1933" lädt das Willy-Brandt-Haus Lübeck zu zwei Themengängen ein:

bereits ausgebucht: Mittwoch, 5. Juni 11-13 Uhr "Als das rote Lübeck braun wurde"für Schulklassen ab dem 9. Jg. mit Frauke Kleine Wächter

ohne Anmeldung: Sonntag, 16 Juni 11-13 Uhr "Auf den Spuren von Widerstand und Verfolgung" mit Dr. Wolfgang Muth

Die Teilnahme ist kostenfrei. Treffpunkt ist jeweils an der Stele zur Befreiung Lübecks am 8. Mai am Holstentor.

Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin entwickelt. Das Hansemuseum Lübeck zeigt die Ausstellung ab dem 26. Mai 2019. Weitere Infos unter: www.hansemuseum.eu/reichsbanner-schwarz-rot-gold/

Das Wohnhaus Gertrud Meyers heute. Sie war als SAP-Mitglied eine von vielen Lübecker Arbeiterinnen, die sich gegen Hitler engagierten. Foto: Margit Christensen