15.04.2019

8. Mai: Auf den Spuren von Widerstand und Verfolgung

Ein Stadtrundgang erinnert an das Ende des Zweiten Weltkrieges

Herbert Frahm und Gertrud Meyer verfassten Flugblätter und verteilten sie Anfang 1933 heimlich nachts in Lübeck. Edmund Fülscher und seine Freunde malten für die Altstadt gut sichtbar eine Anti-Hitler-Parole auf das Dach einer Spedition nahe des Holstentores. Die 72jährige Kommunistin Maria Hartmann schob einen Kinderwagen mit einer Puppe als Attrappe durch Lübeck - unter der Kinderdecke Flugblätter gegen die Nationalsozialisten. Während die einen aus dem Exil den Widerstand fortsetzen konnten, wurden die anderen verhaftet, misshandelt, ermordet oder überlebten im Untergrund.

Auf unserem Themenspaziergang stehen nicht nur einzelne Biografien aus der Lübecker Arbeiterbewegung im Mittelpunkt. Wir suchen auch Orte auf, die den Widerstand der Frauen und Männer der Lübecker Arbeiterschaft sichtbar machen. Außerdem: Wo liegen die Gründe für den Zusammenbruch des Widerstandes nach 1935? Was passierte mit den Opfern der Verfolgung und den Tätern nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?

Start: 18 Uhr an der Gedenkstele "Zur Befreiung Lübeck am 8. Mai 1945" am Holstentor; Dauer: ca. 2 Stunden
Referent: Dr. Wolfgang Muth, ehemaliger Leiter des Industriemuseums Geschichtswerkstatt Herrenwyk
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Der Rundgang findet in Kooperation mit der Initiative Stolpersteine für Lübeck im Rahmen des Jahresprogramms "Zerstörte Vielfalt" statt.

Das Wohnhaus Gertrud Meyers heute. Sie war als SAP-Mitglied eine von vielen Lübecker Arbeiterinnen, die sich gegen Hitler engagierten. Foto: Margit Christensen