19.09.2017

9. November: "Weggesperrt"

Lesung für Schulklassen mit Grit Poppe

Die DDR 1988: Für die 14jährige Anja ändert sich schlagartig alles, als ihre Mutter einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik stellt und öffentlich gegen die SED-Regierung protestiert. Nach der Verhaftung der Mutter kommt Anja in einen "Jugendwerkhof". So hießen in der DDR die Heime für schwer erziehbare Jugendliche. Mit militärischem Drill, monotoner Arbeit und politischer Indoktrination soll Anja zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" geformt werden. Sie begehrt auf, flieht, wird wieder gefasst und landet im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau. Dort erlebt Anja die Hölle, während sich in der DDR eine entscheidende politische Wende anbahnt...

Die vielfach ausgezeichnete Jugendbuchautorin Grit Poppe liest auf Einladung des Willy-Brandt-Hauses aus ihrem Roman, der in einigen Bundesländern als Empfehlung für den Unterricht auf dem Lehrplan steht. Lehrermaterialien sind hier abrufbar.

Grit Poppe, Tochter des Bürgerrechtlers Gerd Poppe, engagierte sich als Geschäftsführerin ab der Wende 1989 in der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt", die 1992 im "Bündnis 90/ Die Grünen" aufging. In Boltenhagen an der Ostsee geboren, lebt Poppe heute mit ihrer Familie in Potsdam. Für ihr Buch "Weggesperrt" recherchierte sie im GJWH Torgau und führte Gespräche mit ehemaligen insassen, zu denen sie auch heute noch ein intensives Verhältnis pflegt und die sie ab und an zu Lesungen begleiten können.

"Mir war wichtig zu zeigen, was in einer Diktatur passieren kann, wenn man sich nicht anpasst.", so Grit Poppe über ihren Roman. Einzelne Episoden seien tatsächlich so passiert, wie sie geschildert werden.

Zeit: 9. November, 14 Uhr im Willy-Brandt-Haus Lübeck, Königstraße 21

Anmeldung ab sofort bei Frauke Kleine Wächter, Bildung und Vermittlung

Die Ausstellung "Leben in der Utopie. Fotografien von Siegfried Wittenburg aus dem Alltag in der DDR 1980-1996" nähert sich dem Thema "Diktatur in der DDR" aus einer ganz anderen Zeitzeugen-Perspektive. Das Willy-Brandt-Haus zeigt die Fotografien noch bis zum 14. Janaur 2018.

(c) Gregor Baron

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